Motorisierte Infanterie
Was ist Motorisierte Infanterie?
Abgrenzung & Besonderheiten
Motorisierte Infanterie wird durch leicht gepanzerte Fahrzeuge (APC) transportiert. Bei diesen handelt es sich zumeist um Radpanzer, jedoch kommen vereinzelt auch leicht gepanzerte Kettenfahrzeuge zum Einsatz (bspw. M113).
Von "normaler" Infanterie hebt mot. Inf. sich durch erhöhte operationale Reichweite, kürzere Verlegungszeiten und größere Kapazitäten beim Mitführen von zusätzlichen Kampfmitteln ab.
Sie unterscheidet sich von Mechanisierte Infanterie dadurch, dass - zumindest im deutschen System - kein Wechsel der Kampfweise während des Gefechts stattfindet. Sie kämpft also nicht auf-, sondern nur abgesessen (ggf. mit Unterstützung des Fahrzeugs). Die unmittelbare Nahbereichsverteidigung über Luken (z.B. beim TPz Fuchs) zählt dabei nicht als aufgesessener Kampf.
Verwendete Fahrzeuge
Die Fahrzeuge der motorisierten Infanterie unterscheiden sich - abhängig von der Nation und ihren jeweiligen Einsatzgrundsätzen - stark voneinander. Entsprechend variabel ist auch das Vorgehen. Je nachdem, wie stark Panzerung und Bewaffnung sind, kann das Fahrzeug offensiver eingesetzt werden.
Beispiele für entsprechende Fahrzeuge:
- BTR-80 und Varianten
- Stryker M1126 und Varianten
- M113
- GTK Boxer
Taktiken Allgemein
Motorisierte Infanterie verlegt mit Fahrzeugen in Kolonne oder alleine vom Verfügungsraum bis kurz vor das Zielgebiet.
Dort angekommen sitzt die Infanterie ab und kämpft zu Fuß. Je nach Beschaffenheit des Fahrzeugs (Panzerung, Bewaffnung, Geschwindigkeit) wird dieses entweder stehen gelassen und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeführt.
ODER
schrittweise auf sicheren Routen nachgezogen. Es kann dabei auch als weiteres Kampf-Element eingesetzt werden. Dabei überwiegt seine Transportfähigkeit aber seiner Bedeutung als Kampfunterstützung. Deshalb sollte der Verlust von Fahrzeugen unbedingt vermieden werden.
Absetzen & Aufnehmen
Abhängig vom jeweils eingesetzten Fahrzeug weichen die Voraussetzungen beim Absetzen und Aufnehmen der Infanterie ab;
generell gilt:
Je geringer das Fahrzeug gepanzert ist, desto besser geschützt muss der Aufnahme-/Absetzpunkt sein.
Verhalten bei Feindkontakt
Wenn motorisierte Infanterie während der Verlegung unter Feuer gerät, entscheidet auch hier vor allem der Panzerungswert der Fahrzeuge über das weitere Vorgehen:
Bei schwacher Panzerung sitzt die Infanterie ab und neutralisiert die Bedrohung.
Bei ausreichend hoher Panzerung brechen die Fahrzeuge durch und fahren weiter bis zum Bewegungsziel.
Aufgesessen
Der Truppführer/Gruppenführer führt das Fahrzeug persönlich, solange die Infanterie aufgesessen ist. Dazu stehen ihm Kartenmaterial, GPS, fahrzeuginternes cTab / Blueforce-Tracking und die Augen und Ohren seiner aufgesessenen Schützen zur Verfügung.
Er sitzt auf dem Kommandanten- oder - falls dieser nicht vorhanden ist - auf dem Beifahrerplatz und weist seinen Fahrer an. Den Bordschützenplatz überlässt er dem designierten Richtschützen.
Ein ( mot. Infanterie kann als Vorhut eines Konvois eingesetzt werden. Bei befohlenem Halt können die Fahrzeuge die Fahrbahn blockieren und nach vorn und hinten absichern, während die Infanterie absitzt und in einigem Abstand zum Fahrzeug dessen Flanken sichert.
Abgesessen
Die grundsätzlichen Bewegungstechniken beim abgesessenen Vorgehen gleichen denen der normalen Infanterie. Sobald die Infanterie abgesessen ist, gibt es mehrere Möglichkeiten im Umgang mit dem Fahrzeug:
a) zurücklassen am Absitzpunkt
b) mitführen hinter der Infanterie zur Feuerunterstützung
Kampf mit Fahrzeug
Wenn das Gelände es zulässt, können die Fahrzeuge nebeneinander überschlagend unter Feuerschutz vorrücken. Befindet sich feindliche Infanterie im unmittelbaren Nahbereich oder werden Fernlenkwaffenstellungen vermutet, gilt es, die Fahrzeuge umgehend in Sicherheit zu bringen und vorwiegend infanteristisch vorzugehen.
Sind Lukenplätze am Fahrzeug vorhanden, sollten diese entsprechend besetzt werden. Dafür eignen sich besonders Schwerpunktwaffen wie LMG und Unterlaufgranatwerfer oder ein Truppführer, der die Bordwaffe und/oder die Schützen an den Luken einweist. Die Soldaten an den Luken dienen dabei als erweiterte Augen und Ohren des Gruppenführers. Sie unterstützen in eng bebautem Gebiet beim Manövrieren, verteidigen aufgessen das Fahrzeug bei unerwarteten Feindkontakt und klären die Umgebung auf.
Infanteristisches Vorgehen
Der Truppführer kämpft generell nicht aufgesessen. Fahrzeuge sind immer besetzt um Aufklärung und Feuerunterstützung zu leisten.
Aufgesessen führt der Gruppenführer das Fahrzeug. Abgesessen führt er die Infanterie und zieht bei Bedarf das Fahrzeug nach.
Ein mit Fahrer und Schütze besetztes Fahrzeug entspricht einem Deckungs- bzw. MG-Trupp und sollte auch so benutzt werden. Das Fahrzeug bezieht eine Überwachungspositon und überwacht das Vorgehen der Infanterie. Beim Kampf in und um Ortschaften bieten sich Fahrzeuge als Flankenschutz und zum Abriegeln der Ortschaft gegen feindliche Verstärkungen an.